Anstöße 36: Mark Terkessidis – INTERKULTUR!?

Interkulturelle Öffnung statt Interkultureller Woche

Der Publizist und Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis wirft unter dem Titel seines letzten Buches „Interkultur“ einen kritischen interkulturellen Blick auf die herrschende (Kultur-)Politik in Deutschland und gibt damit sicher auch Impulse für die Weiterentwicklung interkultureller Arbeit in Nürnberg.

Für den studierten Psychologen, der zum Thema „Das Wissen über Rassismus in der Zweiten Migrantengeneration“ promovierte, ist die „Vielheit“ kein lästiges importiertes Problem, sondern schlicht die gesellschaftliche Ausgangslage, die es zu gestalten gilt. Auf der anderen Seite geht es für ihn dabei um die Evolution des Vorhandenen. Er plädiert für eine radikale interkulturelle Öffnung aller Institutionen, um allen die gleichen Chancen auf Teilhabe einzuräumen und die Potentiale einer vielfältigen Gesellschaft fruchtbar zu machen. „Interkultur“ dürfe nicht in „Interkulturellen Wochen“ „eingesperrt“ werden, während die restlichen Wochen nicht interkulturell sind. Die alten Konzepte müssten überwunden werden. Terkessidis wendet sich sowohl dagegen, Menschen mit Migrations­hintergrund als „Mängelwesen“ zu betrachten, als auch gegen Formulierungen, wonach diese „uns“ bereichern würden. Diesen eingeschränkten „wir“-Begriff gelte es zu überwinden.

Schirmherr der Reihe: Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly.Trägerkreis: Stadt Nürnberg: Amt für Kultur und Freizeit, Pädagogisches Institut und Schulpsychologie, Rat für Integration und Zuwanderung, Xenos Nürnberg e.V.

http://www.suhrkamp.de/autoren/mark_terkessidis_7805.html


Eintritt frei!